4 Kommentare

  1. soerenheim
    15. Februar 2018 @ 19:14

    Ich war eher unbegeistert von dem Roman. Handwerklich sauber, aber ohne sprachlich oder strukturell herausragende Merkmale. Baukasten-Modernismus mit Handbremse für den gehobenen Massenmarkt. Eine Reihe Lebensgeschichten und teils sogar ganz pfiffiger, mit verteilten Rollen gelesener, Essays, die unter anderem das bemerkenswert instrumentelle Verhältnis von Kritikern der EU-Kommission zu eben dieser Kommission beleuchten. Nur wären die vielleicht in einem Essayband besser aufgehoben. Ein Roman ohne (ästhetische) Dringlichkeit und ohne gelungene Verbindung der einzelnen Elemente. Immerhin die Krimigeschichte lässt sich ganz gut an, beißt sich aber zusehends mit der auf äußerste Faktizität getrimmten Anlage des restlichen Romanes. Zu konstruiert wirkt der christliche Geheimbund innerhalb des sonstigen realistischen Settings, zu nebensächlich auch ist der Krimi, als dass dieser den trockenen Gesellschaftsroman zumindest auf die Ebene des Spannungsromanes retten könnte.

    Antworten

  2. mk
    27. November 2017 @ 10:03

    Mit viel Gewinn gelesen. Verdienter Buchpreis-Preisträger.

    http://mariokeipert.de/textwaerts/robert-menasse-die-hauptstadt

    Antworten

  3. jancak
    3. Oktober 2017 @ 00:38

    Meiner Meinung hat das Buch sehr wenig mit der EU zu tun oder Robert Menasse zieht mit abgrundtiefer Ironie darüber beziehungsweise darüber hinweg, kommt zum Holocaust und den noch immer noch nicht vernarbten Wurzeln und was mich dabei fast erschreckte, war der tiefe Nihilismus, am Ende bleibt ja gar nichts über, die Ironie ist stark und beeindruckend, das Sterben und der Tod spielt eine starke Rolle und Menasse macht sich auch über das Schreiben, die Literatur und den Literaturbetrieb gehörig lustig, ein EU-Krimi über den man so gar nichts erfährt, nicht einmal wie der Tote heißt und warum er verwechselt wurde und das Schwein, das es vielleicht auch gar nicht gibt, zieht alle Fäden und ebenfalls beeindrucken, wie Robert Menasse den Verfall beschreibt, ohne das Wort Demenz ein einziges Mal zu verwenden, das Notizbuch von der Psychologin treusorgend übergeben liegt im Kühlschrank und die Krankenschwester, die sich nicht als solche benennen lassen will, sagt hundertmal, wir wollen doch nicht und zeigt am Ende trotzdem Haltung, ein beeindruckendes Buch, den ich wenigstens den österreichischen Buchpreis wünsche, wenn schon den deutschen Franzobel bekommen sollte, aber da würde ich wahrscheinlich eher für Marion Poschmann voten, liebe Grüße aus Wien, wo das ja alles herkommt!
    https://literaturgefluester.wordpress.com/2017/10/01/die-hauptstadt/

    Antworten

  4. Sounds and Books
    2. Oktober 2017 @ 18:05

    Ja, ein sehr guter Roman, demnächst auch was bei Sounds & Books. Schöne Grüße, Gérard

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

  Ich stimme der Verarbeitung meiner Daten zu

%d Bloggern gefällt das: