11 Kommentare

  1. Philipp
    13. Januar 2017 @ 22:35

    „Für mich ist Lesen niemals Flucht, sondern immer Expedition. Wer flieht, läßt alles zurück und gibt Vertrautes auf, sei es nun freiwillig oder gezwungen. In den seltesten Fällen existiert die Chance einer Rückkehr. Zu einer Expedition dagegen breche ich mit der festen Absicht auf, neue Erkenntnisse, neues Wissen, neue Eindrücke zu sammeln und, das ist entscheidend, wieder zurückzukehren. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die lesen, um widrige Umstände, Unzufriedenheit, Sorgen des Alltags hinter sich zu lassen und zu verdrängen. Das mag es berechtigterweise geben, aber ein solches Lesen erscheint mir als wenig nachhaltig, denn es verändert nichts und meist noch größere Ernüchterung als vorher zum Ergebnis.“

    Sehr schöner Absatz. Und ein Argument das ich in Zukunft verwenden werde, wenn man mir – als Bibliophiler – mal wieder Eskapismus im negativen Sinne vorwirft!

    Antworten

    • Jochen Kienbaum
      15. Januar 2017 @ 12:11

      Danke für Deinen Kommentar, Philipp. Es freut mich, dass Dir der Text gefallen hat und Du Dich darin wiederfindest. lg_jochen

      Antworten

      • Gedankennomade
        15. Januar 2017 @ 12:14

        Kein Ding. Auf jeden Fall tu ich das. Freue mich auf weitere Artikel von dir und auch auf einen Antwort auf mein Email, das ich dir über deinen Blog geschickt habe 🙂 Bis bald,
        Philipp

  2. Petra Gust-Kazakos
    22. Mai 2016 @ 17:23

    Sehr schön, ich musste innerlich oft nicken beim Lesen deines Beitrags; schon das Goethe-Zitat, das bei dir ja eine Art Motto für dein Blog ist, finde ich auch überaus sinnig, um das Bücher-Verschlingen zu eskapistischen o. ä. Zwecken vom horizont- etc. erweiternden Lesen zu unterscheiden. Besonders gefällt mir natürlich deine Formulierung vom Lesen als Expedition. Herzliche Grüße
    Petra

    Antworten

  3. Xeniana
    7. Mai 2016 @ 21:10

    Wunderbar da schließe ich mich Sätzebirgit an. Ein Text zum immer wieder lesen.

    Antworten

  4. ©lz
    7. Mai 2016 @ 08:46

    schön und fein diesen edit zu lesen / er spiegelt auf wunderschöne weise eine der feinsinnigsten betrachtungen über das lesen / ein text der die lebendigkeit und den zauber dieser hingabe bestens beschreibt / vielen dank.

    Antworten

    • Jochen Kienbaum
      7. Mai 2016 @ 10:13

      Gerne. Es freut mich sehr, wenn es Dich erfreut hat. lg_jochen

      Antworten

  5. Chris Popp
    6. Mai 2016 @ 18:18

    Haha, ich sitze gerade an meinem Text, und in dem finden Simmel und Konsalik ebenfalls Erwähnung.

    Antworten

    • Jochen Kienbaum
      7. Mai 2016 @ 10:12

      Simmel … Konsalik … und Co. Das Phänomen einer Generation, scheint’s. Bin gespannt auf Deinen Beitrag. lg_jochen

      Antworten

  6. SätzeundSchätze
    6. Mai 2016 @ 17:32

    Wunderbar … da schreibt ein leidenschaftlicher Leser mit Verstand und Gefühl. Besser könnte ich es nicht ausdrücken (und drücke mich daher vor der Anfrage von Novelero – aber vielen Dank dafür!).
    Und, lieber Jochen: Offenbar hatten Leute unserer Generation alle die ähnlichen verschämten Lektüren im Bücherregal der Eltern (Simmel, Konsalik, usw.) – was mich daran erinnert, dass von Dir zu der Reihe noch ein Beitrag ausstand? 🙂

    Antworten

    • Jochen Kienbaum
      7. Mai 2016 @ 10:11

      O weh, all diese gebrochenen Versprechen. Du siehst mich erröten, Birgit, und voll Scham im Boden versinken. Ich schreib‘ mir eine große Erinnerungsnotiz … und sehe, was demnächst zu machen ist. lg_jochen

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

  Ich stimme der Verarbeitung meiner Daten zu

%d Bloggern gefällt das: