23 Kommentare

  1. Pyrolim
    7. September 2016 @ 13:41

    Das ist Jammern auf hohen Niveau: Ich habe selten jemanden gelesen, der so geschliffen, abwechslungsreich und gut formuliert darüber schreibt, dass ihm beim Schreiben nichts einfällt. Einfach schreiben, wie einem der Schnabel – die Finger – gewachsen ist/sind, und schon geht’s. Nichts beweist das mehr als dieser Text.

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  2. Ernst Schlagenhauf
    1. September 2016 @ 21:15

    Lieber Herr Kienbaum, Flandern und die Niederlande, das kommt gut! Ich bin nämlich vor einigen Tagen an De Costers „Ulenspiegel“ gescheitert. Wegen der realistischen Schilderungen der Torturen bei den Hexen- und ähnlichen Prozessen konnte ich nachts nicht mehr schlafen..Soll ich weitermachen?
    Ihr Ernst Schlagenhauf (von den schwachen Nerven).

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    • Jochen
      3. September 2016 @ 10:22

      Ich plädiere fürs weitermachen, Herr Schlangenhaut, unbedingt … und fürs weitersuchen und -stöbern. Die Tour durch Flandern und die Niederlande hat mir aufgezeigt, wie viele wunderbare Autorinnen und Autoren dort noch zu entdecken sind.
      lg_jochen

      P.S.: In den zur Buchmesse auflaufenden Wochen werden Sie hier auf weitere Anregungen stoßen. Vielleicht ist etwas dabei für Sie. Das würde mich freuen.

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  3. jancak
    1. September 2016 @ 14:42

    Ja, ich habe mich auch gerade wieder damit auseinandergesetzt, wie unverständlich ich schreibe und ich staune auch darüber, daß plötzlich überall die „Blogratgeber“ und die „Bloggingguides“ wie die Schwammerln aus dem Boden sprießen!.
    Ich denke und das ist wichtig, daß es keine „Blogging-Regeln“ geben sollte, jedenfalls habe ich vor acht Jahren angefangen, meine eigenen Regeln und meinen eigenen Stil zu entwickeln, es gab damals auch, glaube ich, keine Bloggingratgeber.
    Wenn jetzt eine junge Frau oder auch ein junger Mann zu bloggen anfangt, steht er vor einer Reihe solcher Ratgeber und kann sich leicht verwirren lassen?
    Wie soll er es machen, zu lang, zu kurz, zu leicht, zu schwer und die Diskussionen von den angeblich so schlechten Blogs gibts ja auch und können einer einem leicht die Freude nehmen!
    Ich würde zum Probieren raten und so schreiben, wie sonst auch und, wie es einem liegt. Blogs sind wichtig und werden wahrgenommen, das sieht man schon an der Menge der Bloggingratgeber!
    Liebe Grüße aus Wien und wir werden uns wahrscheinlich jetzt wieder öfter begegnen und ich lese gerade Dagmar Leupolds „Witwen“!

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    • Jochen Kienbaum
      3. September 2016 @ 10:24

      Danke für den Zuspruch und die Grüße aus Wien. Ich grüße herzlich aus Berlin zurück. lg_jochen

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  4. Peter Peters
    1. September 2016 @ 11:30

    Solidaritätsbekundungen, Verständnis und Aufmunterungen gab es hier schon genug; die muss ich nicht wiederholen. Nur so viel: Wenn ich den einen oder anderen Blog verfolge, beschleicht mich gerade in letzter Zeit das Gefühl, da wird nicht mehr geschrieben, weil man gelesen hat, sondern man liest, weil man schreiben will oder zu müssen glaubt. Da gewinnt das Bloggen eine Eigendynamik, die nur noch schwer zu bewältigen ist – erst recht, wenn sie in der Freizeit neben dem Brotberuf erfolgt. Dass dergleichen zu „Blogrhythmusstörungen“ führen kann, leuchtet mir ein.

    Nur eine kleine Beobachtung: Du zitierst auf deiner „Über mich“-Seite Arno Schmidt und seinen Hinweis auf die maximal 70 Lektüren pro Jahr. Ich lese die Aussage nicht nur als Beobachtung, sondern als einen guten Rat, den Schmidt da indirekt formuliert!

    Zum Schluss doch eine eigene Erfahrung: Die Rhythmusstörung wird schwächer, wenn ich die Erstfassung eines Beitrags mit der Hand schreibe. Am besten natürlich mit einem schönen Füller.

    Liebe Grüße
    Peter

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    • Jochen Kienbaum
      1. September 2016 @ 12:22

      Das handschriftliche Vorschreiben werde ich ausprobieren. Probleme mit der Zahl der gelesenen Bücher habe ich eher nicht, da bleibe ich auch unter der von A.S. errechneten Menge. Es ist eher diese beständige Unzufriedenheit mit den eigenen Texten, die meinen eigenen (zu hochgeschraubten und an anderen ausgerichteten) Maßstäben nicht zu genügen scheinen. Ein Luxusproblem, zugegeben, aber es nervt mich doch. lg_jochen

      Antworten

  5. Leseseiten
    1. September 2016 @ 09:34

    Wenn ich nichts zu Wege bringe, dann warte und probiere ich, bis ich wieder soweit bin. Es läßt sich schließlich nichts erzwingen. Und das Erstaunliche daran ist: Es klappt! Namentlich vermittelt „lustauflesen“ doch Freude und nicht Krampf – und das sollte man als „Produzent“ auch leben. Als Inspiration einfach vom Tisch „Satin Island“ zur Hand nehmen, dass passt – glaube ich – gerade ganz gut.

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  6. Frau B. von der Kinderbibliothek
    1. September 2016 @ 09:11

    Am Ende ist eine Prioritätenentscheidung. Was ist wichtig? Wofür will ich meine Zeit verwenden? Mir geben die Blogpausen die Kraft fürs Schreiben.

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  7. Sabine
    31. August 2016 @ 23:11

    Meine Fresse …. so viele „unbearbeitete“ Bücher …

    Verdienst du durch deinen Blog deinen Lebensunterhalt? Na, dann mal Schluss mit dem lamentieren. Setz dich auf deinen Hosenboden und mache deinen Job. Am besten noch besser als Extrem-Marketing um dem Hype voraus zu sein. Oder doch in Richtung Weichspüler? Es hilft nichts: Du musst die Anforderungen deiner Kundschaft erfüllen. So isses nunmal im Business.

    Falls du deine Butter auf dem Brot woanders verdienst, tja dann … Dann mache doch einfach DEIN Ding. Alles andere gibt es schon zuhauf und als x-facher Zwilling. Und wenn du heute seriös und morgen trashig schreibst, dann ist das fast schon der Beweis, dass du ein individueller Mensch bist 🙂 Und reifen und wachsen kannst du besser mit einem ehrlichen Austausch als mit 100 „oh, wie toll“-Kommentaren.
    Vielleicht ist das eine Entscheidung zwischen „Ego-Schmeicheln“ und Authentizität. Es ist ja beides O.K. – aber das dazwischen rum-eiern …

    In dieser Art, wie ich es jetzt getan habe, willst du niemals schreiben? Dann doch lieber zwei Tage formulieren? Habe ich bisher auch nicht getan. Ich bin fast ein Meister im diplomatischen, kundenorientierten Schreiben. Aber es hat riesen Spaß gemacht 🙂 Also, nichts für Ungut! Egal, wie es auf deinem Blog weitergeht, es hat mir bisher sehr gefallen bei dir und ich werde dich weiter hier besuchen.

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    • Jochen Kienbaum
      1. September 2016 @ 10:46

      Danke, Sabine. Dein Kommentar hat gut getan. Der Blog ist »Hobby«, »Steckenpferd«, »Leidenschaft«, man kann es nennen wie man will. Meinen Lebensunterhalt bestreite ich woanders. Das eben macht es ja so schwierig, »Leidenschaft«, Anspruch und »Kundenorientierung« auszutarieren. lg_jochen

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  8. Wortlichter
    31. August 2016 @ 22:08

    Ich denke nicht, dass man mit dem Einbringen von mehr Persönlichkeit Abstriche in der Qualität machen muss. Wieso denn auch? Ich denke ehr, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Persönlichkeit des Bloggers bereichert doch seine Texte und gibt ihm Individualität. Die Menschen wollen authentische Stimmen hören.
    Wenn man anfängt sich Selbst zu verwirklichen, dann bringt man doch sein Projekt auf ein ganz anderes Level und begeistert dann auch seine Leser viel mehr, weil man Selbst begeistert ist.

    Viele Grüße, Anja

    Antworten

  9. Andrea
    31. August 2016 @ 21:12

    Ja, ich denke das sind dich grade die Stärken des Blogs, dass er persönlich und aus Leidenschaft ist. Auf die sollte man sich konzentrieren, nicht darauf was man denkt, was von außen erwartet werden könnte. Eine wichtige und richtige Erkenntnis, die hier statt fand. 🙂

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  10. buchrevier
    31. August 2016 @ 20:51

    Ich freue mich schon auf den spontanen, rauen und hemdsärmeligen Jochen und die ersten emotionalen ICH-Beiträge. Vielleicht gibt es dazu demnächst ja auch einen lustauflesen.de-Youtube-Kanal. 😉

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    • Jochen Kienbaum
      1. September 2016 @ 10:38

      Du wirst lachen, Tobias, aber über mögliche Videoformate denke ich schon länger nach. Ist ja auch eine Möglichkeit, etwas über Bücher und Leseprojekte zu erzählen. Never say never! 😎 lg_jochen

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  11. Malu|Buchbüchse
    31. August 2016 @ 19:23

    Lieber Jochen,
    in vielem, was du da beschreibst, finde ich mich wieder. Mit jedem endlos langsam produzierten, über und über überarbeiteten – oder auch aus Unlust gar nicht erst geschriebenen – Beitrag wird es schlimmer. Da liegen zu verschriftlichende Interviews neben gelesenen Büchern (im schlimmsten Fall: Rezensionsexemplaren) und starren mich an, während ich noch überlege, ob das überhaupt wer lesen will und lesen braucht. Was Katharina von Kulturgeschwätz oben geschrieben hat und vorschlägt, weist für mich absolut in die richtige Richtung: Freiheit und Unabhängigkeit als Privileg genießen. Was mir fehlt, ist glaube ich Leichtigkeit: im „einfach machen“, im Kriterien beiseite lassen, im Mut, mein Ding zu machen.
    Danke für diesen Beitrag und Gedanken(wieder)anstoß!

    Liebe Grüße von einer, deren letzter Beitrag aus dem März stammt …

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    • Jochen Kienbaum
      1. September 2016 @ 10:36

      Ja, Malu, das #einfachmachen sagt sich leicht und ist doch so schwer. Ich versuche es jetzt, mal sehen was draus wird. lg_jochen

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      • Malu|Buchbüchse
        3. September 2016 @ 12:30

        Das ist überaus wahr, ich habe daher auch eine gewisse Unverträglichkeit gegen die Formulierung #einfachmachen. Weil einfach eben oft überhaupt nicht einfach ist.
        Bevor es zu philosophisch wird, noch eine Buchempfehlung fürs Schreiben bei hohem Anspruch ans Selbst: „Frei geschrieben“ von Judith Wolfsberger. Es steht zwar wissenschaftliche Abschlussarbeiten im Untertitel, aber fast alles ist allgemein übertragbar um in einen Schreibfluss zu kommen und sich nicht ständig selbst zu bremsen. Wirklich ein großartiges Buch mit guten Techniken und Übungen. Und auch Wolfsberger empfiehlt Schreiben mit der Hand, übrigens.
        Liebe Grüße! Malu

      • Jochen
        27. September 2016 @ 10:00

        Danke für den Buchtipp, Malu. Ich werde mir das mal besorgen. lg_jochen

  12. Herr Hund
    31. August 2016 @ 16:53

    ….und dieser krisenbehaftete, individuellere Lustauflesen ist mir der liebere. Es ist mehr zu entdecken. Mehr weiterzudenken. Und mehr Anstoss für Eigenes.
    Freundlichst
    Ihr Herr Hund

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    • Jochen Kienbaum
      31. August 2016 @ 17:44

      Die Aufforderung, individuell zu bleiben, nehme ich von Ihnen gerne an. Sind Sie doch auch eher ein freier, ungezwungener Schreiber, der gerne auf Konventionen und (vermeintliche) Regeln pfeift. lg_jochen

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  13. kulturgeschwaetz
    31. August 2016 @ 14:45

    Ich verstehe das alles sehr gut und ich hab solche Krisen ja auch ziemlich oft, gerade weil ich mit meinem Brotberuf eigentlich ganz gut beschäftigt bin. Aber ich reiß mich dann immer am Riemen und sag mir: Ich krieg kein Geld dafür, ich mach das aus Spaß, und ich lass mir von etwas, was ich eigentlich aus Spaß mache, keinen Druck und kein schlechtes Gewissen machen. Ich schreibe, so oft ich kann und eben Lust habe, das ist eben unregelmäßig. Und ich lese, was ich lesen will. Und wenn ich nur 5 Leser statt 500 habe, dann ist das halt so. Ich muss keine Klicks generieren, ich muss kein Soll erfüllen – das sind die Privilegien, die man hat, wenn man mit etwas kein Geld verdient. Und die sollte man halt auch genießen. Mach, was dir Spaß macht und soviel, wie es dir Spaß macht. Alles andere wäre ja Quatsch.

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    • Jochen Kienbaum
      31. August 2016 @ 15:58

      Danke, Katharina. #EinfachMachen- das wird jetzt wieder meine bevorzugte Devise. lg_jochen

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