22 Comments

  1. Anna Dachsler
    21. Februar 2019 @ 17:23

    “Junge Menschen, die diese Gabelung auf ihrem Lebensweg noch vor sich haben, werden mit Paul Austers Alterswerk eventuell fremdeln. Widersprecht mir, sollte ich mich irren.”
    Dieses Befürnis habe ich eben gerade verspürt und deshalb sei hier folgendes festgehalten: Ich habe dieses Meisterwerk mit 15 Jahren gelesen und konnte gerade äußerst überrascht all die Emotionen, die mich selbst noch lange nach dem Lesen des Buches immer wieder daran zurückdenken lassen, auch in Deinem wirklich gelungenen, anregenden Text wiederfinden. ich glaube, dass, gerade wenn man sich aktuell in dem Alter befindet, welches auch Archie nach und nach durchläuft, die eigene Identifikation mit dem Protagonisten um einiges stärker werden kann, als wie wenn man sich “nur” in seine womöglich schon Jahrzehnte zurückliegenden eigenen Erfahrungen zurückversetzt fühlt. Ich selbst befinde mich gerade in dem als durchaus aufwühlend zu bezeichnenden Prozess des Erwachsenwerdens wieder und so war es mir durch die direkte Betroffenheit möglich, eine ungemeine Sympathie aufzubauen, zu dem Jungen, welcher diesselbe Phase durchläuft. Viele meiner Gedanken ähneln denen, die Archie Tag für Tag plagen oder beflügen, sind teilweise auch ident, somit also direkt in mein eigenes Leben verwoben. Dadurch bildet sich für mich ein unglaublicher Realitätsbezug aus, der aus dem bloßen Fiktiven eine Brücke in das “echte Leben” bildet. “4321” ist definitiv das beste Buch, das ich in meinem zarten Alter bis jezt gelesen habe und auch ganz eindeutig das mich am meisten aufwühlende und beschäftigende. Gerade da ich nun immer schneller darauf zulaufen, auch irgendwann “ins freie Leben” zu stürmen und nur mit großer Unsicherheit von dieser Zeit sprechen kann, im Grunde noch nicht den geringsten Schimmer von Ahnung habe, wo ich eines Tages landen werde, spricht mich die Entwicklung, die in Archies Leben folgt, sehr stark an, da auch ich in bestimmt kommender Zeit davon betroffen sein werde.
    Anna

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  2. Gabi
    4. August 2017 @ 16:34

    Ich werde das Buch doch kaufen. Erst dachte ich es ist einfach zu lang, doch Deine Beschreibung macht Lust aufs lesen. Sehr schön.
    Gabi

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  3. deepreadingblog
    19. Februar 2017 @ 19:30

    done ! ich habe mir erlaubt, auf Deine Rezension zu verweisen
    lg,
    Susa

    Reply

    • Jochen Kienbaum
      21. Februar 2017 @ 11:06

      Danke für die Verlinkung, Susa.

      Reply

  4. deepreadingblog
    13. Februar 2017 @ 18:36

    Ich bin mittlerweile auf Seite 921 angekommen und immer noch hingerissen, Mr.Auster ist ein begnadeter Erzähler ! Gestern wurde das Buch im Schweizer Literaturclub besprochen….die haben es nicht verstanden; ein Kritikpunkt war, dass die Archies sich zu sehr ähneln würden. Ist das zu glauben ??? Denn es ist genau so, wie Du es beschreibst, Austers Kernaussage ist, das die genetischen Vorraussetzungen das Leben bestimmen und deshalb kann der eine Archie nicht Astronaut und der andere Schuster werden. WAS hab ich mich geärgert. Über den Literaturclub selbstredend, über Deine Rezension hingegen nickend gefreut.
    lg,
    Susa

    Reply

    • Jochen
      18. Februar 2017 @ 15:23

      Danke für die Rückmeldung und das Lob. Und … bitte, nicht mehr ärgern. Es war nur eine TV-Sendung. Die ist schon verrauscht. lg_jochen

      Reply

  5. juneautumn
    30. Januar 2017 @ 13:14

    Es ist unterwegs…. Und ich kann es jetzt kaum erwarten!

    Reply

    • Jochen
      30. Januar 2017 @ 14:35

      Na dann, viel Vergnügen.

      Reply

  6. belmonte
    29. Januar 2017 @ 20:02

    Das ist gemein. Ich lese doch gerade einen Tausendseitenroman …

    Reply

  7. SeitenReise
    29. Januar 2017 @ 19:20

    Ich bin schon vorsichtig um das Buch herumgeschliche…aber die Seitenanzahl hat mich doch sehr verschreckt…jetzt hast Du mich sehr neugierig gemacht…es scheint ja fast ein Muss zu sein.

    Reply

  8. Erika Mager
    29. Januar 2017 @ 18:15

    Eine tolle Rezension! Macht Lust aufs Buch. Mist – wann soll ich das denn auch noch lesen? Wo ich ohnehin schon Auster-Fan bin.
    Hach 🙂

    Reply

  9. Frank O. Rudkoffsky
    29. Januar 2017 @ 15:57

    Großartig, Jochen! Jetzt will ich es unbedingt lesen.

    Reply

  10. Scherbensammlerin
    29. Januar 2017 @ 15:39

    Danke für diese großartige Besprechung. Ich freue mich jetzt schon doppelt (nein dreifach, nein vierfach) auf die Lesung mit P.A. im März…

    Reply

  11. Stefanie
    29. Januar 2017 @ 12:40

    Was eine mitreißende Rezension. Vielen Dank dafür. Ich werde es zur richtigen Zeit lesen, das weiß ich jetzt schon. Herzlicher Gruß vom Lande….. 😉

    Reply

  12. wortsonate
    29. Januar 2017 @ 12:39

    Ich lese Paul Auster gerne, aber so ein dickes Buch hätte ich weit gelegt. Deine Vorstellung hat mich jedoch so überzeugt, das ich es lesen möchte.

    Reply

    • Jochen Kienbaum
      29. Januar 2017 @ 15:42

      Ja, est ist ein dickes Buch. Aber jede Seite ist es wert. Und am Ende sind es der Seiten gar zu wenig. lg_jochen

      Reply

  13. Masuko13
    29. Januar 2017 @ 12:31

    Gänsehaut am Sonntagmorgen …
    Ich glaube, Jochen, dein Text ist jetzt schon meine Lieblingsrezension des Jahres! Ich habe noch keine einzige Zeile von 4 3 2 1 gelesen und doch das Gefühl, bereits ganz tief drin zu stecken in der Geschichte. Vielen Dank für diese wundervolle Inspiration! Jacqueline

    Reply

    • Jochen Kienbaum
      29. Januar 2017 @ 15:39

      Danke für das nette Lob, Jaqueline. Ich musste es so aufschreiben, weil das Buch wirklich großartig ist. lg_jochen

      Reply

  14. Sounds and Books
    29. Januar 2017 @ 12:21

    Ich werde mich nach 20 Jahren Auster-Abstinenz an diesem Werk versuchen. Kann aber noch ein paar Wochen dauern. Viele Grüße, Gérard

    Reply

    • Jochen Kienbaum
      29. Januar 2017 @ 15:40

      Lies es schnellstmöglich. Du wirst es nicht bereuen. Nach spätestens 60 bis 80 Seiten legst du es nicht mehr aus der Hand. lg_jochen

      Reply

  15. Marina Büttner
    29. Januar 2017 @ 12:19

    Ich bin nun gerade bei jenem schicksalhaften Gewitter angelangt. Das Beste an Austers Geschichte ist für mich jetzt schon, der Aufruf zum Nachdenken, zum Verändern der eigenen Biografie. Womöglich könnte hiernach jeder Leser seine eigene Geschichte in mehreren Varianten erdenken. Mich reizt es jedenfalls, dies zu tun.
    Tolle Besprechung, die nicht zu viel verrät!
    Viele Grüße!

    Reply

    • Jochen Kienbaum
      29. Januar 2017 @ 15:45

      Ja, das Buch verleitet dazu, die eigene Biographie mit vielen Fragen zum »Was wäre wenn« zu variieren. … Und nach dem Gewitter geht es erst richtig los, glaub mir. lg_jochen

      Reply

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