14 Kommentare

  1. Fabian
    12. Dezember 2018 @ 19:08

    Es gibt durchaus Gründe , warum das Lesen keinen Spaß macht, jedenfalls habe ich bisher keine guten Erfahrungen mit dem Lesen von Büchern gemacht, was daran liegt, dass in meiner Schulzeit keine Bücher bearbeitet worden sind, die mit meinen Leben zu tun hatten. Außerdem habe ich mich neben der Schule nicht viel mit Büchern beschäftigt, weil meine Eltern diese mir nicht nahegelegt haben. Auch gibt es heute andere Medien, wie das Smartphone und vor allem den Fernseher, welche Bücher, mit Bild und Ton, überflüssig machen. Auch lässt ein ausgefüllter Tag, auf der Arbeit oder der Erziehung von Kindern, es zeitlich oder auch nervlich oft nicht zu, sich mit einen Buch zu beschäftigen.
    Das alles sind für mich wichtige Argumente dafür, dass Lesen keinen Spaß macht. Deshalb kann ich deiner Position nicht zustimmen. Aber jetzt, nachdem ich mit deiner Hilfe soviel Positives über das Thema gelesen habe, bin ich gerne bereit mich mehr mit Büchern zu beschäftigen und würde mich über deinen Rat freuen, welches Buch du mir als Einstieg empfehlen würdest.

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  2. Miila
    6. Dezember 2018 @ 20:35

    Ein sehr schöner Beitrag und spricht mir voll aus der Seele! Die Phase mit Simmel und Konsalik hatte ich auch 🙂 ; na gut, heute spricht man nicht mehr so viel darüber. Aber sie hat es gegeben und gehörte wohl zur “unserer Zeit”.
    Dein Beitrag hat mich zu ein paar Zeilen über Bücher und lesen inspiriert, die ich gerade eben in meinem Blog veröffentlicht habe:

    “Ein Buch zu lesen heißt, mit jenen, über die wir lesen, auf eine Reise zu gehen, eine andere Zeit, einen anderen Raum zu betreten. Es ist auch eine Reise zu ihren innneren Welten, um mit ihnen gemeinsam in ihre tiefsten Abgründe zu blicken, sie aber auch auf ihren Höhenflügen zu begleiten.”
    (Milla)

    Aber ich denke auch manchmal, die Passion zum Lesen muss einfach in den Gegen liegen! Ich erkenne mich voll in deiner diesbezüglichen Beschreibung. Und bei meiner Schwester war es auch so, wie bei deinem Bruder; sie hat das Lesen relativ schnell aufgegeben, bzw. hatte sie irgendwie keine Geduld dazu. Sie brauchte immmer Bewegung, konnte nie lange im Sitzen verharren. Ich dagegen konnte mir schon als Kind nicht vorstellen, ohne Bücher, ohne Lesen zu existieren, obwohl mein Vater meistens nur Spott dafür übrig hatte. Meine Mutter las hingegen sehr viel, es müssen also ihre Gene gewesen sein, die ich geerbt hatte. Da bin ich echt froh darüber. Es lebe das Lesen!

    LG
    Milla

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    • Jochen Kienbaum
      8. Dezember 2018 @ 10:15

      Liebe Milla, danke für diese schöne Rückmeldung. Ja, die Gene spielen sicher eine tragende Rolle, irgendwie. Aber ich glaube auch andere Einflüsse im Leben jüngerer (und älterer) Menschen spielen mit. Es können Kleinigkeiten sein oder ganz irrationale Ereignisse, die zur Liebe zum Lesen führen (oder davon weg, auch das soll es geben, leider). Ich glaube, Anderen immer wieder die eigene Lust und Freude und “Wertigkeit” des Lesens vorzuleben, ohne dabei aufdringlich=missionarisch zu werden, kann auch hilfreiche Auswirkungen zeitigen. (So, keep on reading and talking about!) lg_jochen

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  3. Philipp
    13. Januar 2017 @ 22:35

    “Für mich ist Lesen niemals Flucht, sondern immer Expedition. Wer flieht, läßt alles zurück und gibt Vertrautes auf, sei es nun freiwillig oder gezwungen. In den seltesten Fällen existiert die Chance einer Rückkehr. Zu einer Expedition dagegen breche ich mit der festen Absicht auf, neue Erkenntnisse, neues Wissen, neue Eindrücke zu sammeln und, das ist entscheidend, wieder zurückzukehren. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die lesen, um widrige Umstände, Unzufriedenheit, Sorgen des Alltags hinter sich zu lassen und zu verdrängen. Das mag es berechtigterweise geben, aber ein solches Lesen erscheint mir als wenig nachhaltig, denn es verändert nichts und meist noch größere Ernüchterung als vorher zum Ergebnis.”

    Sehr schöner Absatz. Und ein Argument das ich in Zukunft verwenden werde, wenn man mir – als Bibliophiler – mal wieder Eskapismus im negativen Sinne vorwirft!

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    • Jochen Kienbaum
      15. Januar 2017 @ 12:11

      Danke für Deinen Kommentar, Philipp. Es freut mich, dass Dir der Text gefallen hat und Du Dich darin wiederfindest. lg_jochen

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      • Gedankennomade
        15. Januar 2017 @ 12:14

        Kein Ding. Auf jeden Fall tu ich das. Freue mich auf weitere Artikel von dir und auch auf einen Antwort auf mein Email, das ich dir über deinen Blog geschickt habe 🙂 Bis bald,
        Philipp

  4. Petra Gust-Kazakos
    22. Mai 2016 @ 17:23

    Sehr schön, ich musste innerlich oft nicken beim Lesen deines Beitrags; schon das Goethe-Zitat, das bei dir ja eine Art Motto für dein Blog ist, finde ich auch überaus sinnig, um das Bücher-Verschlingen zu eskapistischen o. ä. Zwecken vom horizont- etc. erweiternden Lesen zu unterscheiden. Besonders gefällt mir natürlich deine Formulierung vom Lesen als Expedition. Herzliche Grüße
    Petra

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  5. Xeniana
    7. Mai 2016 @ 21:10

    Wunderbar da schließe ich mich Sätzebirgit an. Ein Text zum immer wieder lesen.

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  6. ©lz
    7. Mai 2016 @ 08:46

    schön und fein diesen edit zu lesen / er spiegelt auf wunderschöne weise eine der feinsinnigsten betrachtungen über das lesen / ein text der die lebendigkeit und den zauber dieser hingabe bestens beschreibt / vielen dank.

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    • Jochen Kienbaum
      7. Mai 2016 @ 10:13

      Gerne. Es freut mich sehr, wenn es Dich erfreut hat. lg_jochen

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  7. Chris Popp
    6. Mai 2016 @ 18:18

    Haha, ich sitze gerade an meinem Text, und in dem finden Simmel und Konsalik ebenfalls Erwähnung.

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    • Jochen Kienbaum
      7. Mai 2016 @ 10:12

      Simmel … Konsalik … und Co. Das Phänomen einer Generation, scheint’s. Bin gespannt auf Deinen Beitrag. lg_jochen

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  8. SätzeundSchätze
    6. Mai 2016 @ 17:32

    Wunderbar … da schreibt ein leidenschaftlicher Leser mit Verstand und Gefühl. Besser könnte ich es nicht ausdrücken (und drücke mich daher vor der Anfrage von Novelero – aber vielen Dank dafür!).
    Und, lieber Jochen: Offenbar hatten Leute unserer Generation alle die ähnlichen verschämten Lektüren im Bücherregal der Eltern (Simmel, Konsalik, usw.) – was mich daran erinnert, dass von Dir zu der Reihe noch ein Beitrag ausstand? 🙂

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    • Jochen Kienbaum
      7. Mai 2016 @ 10:11

      O weh, all diese gebrochenen Versprechen. Du siehst mich erröten, Birgit, und voll Scham im Boden versinken. Ich schreib’ mir eine große Erinnerungsnotiz … und sehe, was demnächst zu machen ist. lg_jochen

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