5 Kommentare

  1. Kai Blum
    21. Mai 2016 @ 04:21

    Rummelplatz liegt bei mir schon seit Jahren auf dem Stapel noch zu lesender Romane. Jetzt habe ich wieder Lust bekommen, ihn zu lesen.

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  2. Marc
    17. Mai 2016 @ 20:30

    Hallo Jochen,
    Danke für diesen Tipp. Habe mich mal umgeschaut und ein gebrauchtes Exemplar gesehen. Kämpfe noch ein bisschen mit mir, werde es wohl aber kaufem(müssen), schon allein wegen dem DDR- Hintergrund.

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  3. teerdurchzogen
    12. Mai 2016 @ 12:00

    Das Buch ist in der Tat merk=würdig, es ist ein großartiges Werk. Habe es mit damals 17 Jahren als noch in der DDR geborenes Kind (nach dem Mauerfall, vor der Wiedervereinigung) gelesen, auch als Versuch, mich erstmals der DDR zu nähern – das gelang mir nicht wirklich, stattdessen erschlug mich Bräunigs Sprachgewalt.
    Das Buch habe ich leider nicht mehr so sehr gut in Erinnerung, aus dem Grund werde ich die Lektüre mittelfristig wiederholen. Vor wenigen Monaten las ich jedoch ein tatsächlich ziemlich interessantes Buch über die Wismut (http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/35618/uran-fuer-moskau), das eine lohnende Ergänzung zu Bräunigs Roman bietet; Rummelplatz wird darin neben anderen literarischen und filmischen Zeugnissen in einem eigenen Abschnitt eingeordnet.
    Durch das Sachbuch – Uran für Moskau – fühle ich mich befähigt, dich zumindest in einer Sache zu berichtigen: Die Wismut war in der Tat gewissermaßen ein Staat im Staate. Es galten dort andere Gesetze als im Rest der DDR, es galt (in meiner Erinnerung zumindest teilweise) als militärisches Sperrgebiet – russische Soldaten, keine Deutschen. Es war nicht die DDR, die davon profitierte oder sich mit der Wismut profilierte, Russland profitierte vom Uranabbau; Uran machte die DDR alles andere als reich, es waren Reparationen.
    Die Wismut war ein Kombinat. Sie förderte nicht nur Uran und in geringem Maße andere Metalle. Dort arbeiteten nicht nur Bergleute:

    “Die Kombinate waren im Interesse einer hohen Binnenautonomie auf eine hohe Fertigungstiefe angewiesen und hatten sich dementsprechend auch möglichst viele Zuliefererbetriebe angegliedert. Dies hatte weitreichende wirtschaftliche und soziale Konsequenzen. So war der Großbetrieb in der DDR weit mehr als eine bloße Arbeitsstätte, sondern erfüllte auch weitreichende soziale Funktionen von der Kinderbetreuung bis zur Kultur.” (Uran für Moskau, S.175)

    In dem Buch werden sehr viele Aspekte abgedeckt, Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesundheit, die Abwicklung, also die Spätfolgend und Altlasten, mit denen sich die Bundesrepublik rumschlagen musste (weiß gar nicht, ob die mittlerweile endlich fertig sind – die chemischen Abfälle aus den Aufbereitungsanlagen wurden einfach in riesige, nicht abgedichtete Becken gespült, radioaktiv verstrahlter Schutt (das habe ich nur noch schlecht in Erinnerung). Man stelle sich das vor: Da in der DDR, wie allgemein bekannt, immer wieder Mangel bestand, so auch im Baugewerbe, stahlen die Menschen mitunter einfach Schutt und arbeiteten ihn in die Wände der Häuser ein, ohne zu wissen, was sie da taten.

    Alle Fehler, die sich in den kleinen Exkurs eingeschlichen haben sollten, wären meinem Gedächtnis geschuldet, in dem Buch steht es richtig. Wer die Mühe auf sich nimmt, Rummelplatz zu lesen, sollte sich ruhig Uran für Moskau dazulegen und ebenfalls lesen, bei der bpb erhältlich für einen Euro (inkl. Versand).

    Lieben Gruß und wirklich schön, dass du den Leuten dieses Buch näherbringst.

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    • Jochen Kienbaum
      12. Mai 2016 @ 15:46

      Danke für die ausführlichen Anmerkungen zu meinem Text. Den Titel “Uran für Moskau” habe ich mir sogleich notiert. In meinem Text konnte und wollte ich nur kurz auf die Wismut selbst eingehen, die Verknappung gibt in der Tat kein vollständiges Bild. Aber sowohl bei Bräunig, als auch bei Vesper zeigt sich, dass die im Vergleich zur übrigen DDR-Wirtschaft einigermaßen gut bezahlte Arbeit viele Abenteurer anzog und eben überwiegend Bergleute.lg_jochen

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  4. Sounds and Books
    12. Mai 2016 @ 11:22

    Ja, “Rummelplatz” ist ein großer Roman, den ich vor einigen Jahren las und der mich schwer beeindruckt hat. Viele Grüße, Gérard

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