Archiviert & durchgesehen: Meine Lieblingsbücher des Jahres 2015

Nein, dies wird kein tiefschürfender Jahresrückblick und ich werde mich erst Recht nicht zur aktuellen Lage der Literatur oder gar der Verfassung der Literaturkritik auslassen. Das können wir gerne, so wir denn wollen, im neuen Jahr mit frischem Elan angehen. Der aktuelle Anlass ist ein ganz schlichter: Aus dem Blogarchiv habe ich die Bücher herausgefischt, die mich im abgelaufenen Jahr besonders überrascht und erfreut haben.

Hier eine kleine Favoritenliste als Bild- und Textgalerie. Zehn Bücher, die mich im Jahr 2015 besonders erfreut und gefesselt haben.

Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969
 

Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

Frank Witzel erzählt, wie aus Pop Politik wurde. Eine atemberaubende Irrfahrt durch die deutsche Nachkriegsgeschichte. Deutscher Buchpreis 2015. Link zu Besprechung

Jürgen Bauer: Was wir fürchten
 

Jürgen Bauer: Was wir fürchten

Dieser „Familienroman mit Krimielementen“ ist ein fein ausbalanciertes Spiel aus Angst, Paranoia und Kalkül. Link zu Besprechung

Carl Nixon: Lucky Newman
 

Carl Nixon: Lucky Newman

Eine vermeintlich herzzerreißende Geschichte entpuppt sich als elegante und kunstvolle Spielerei über die Kraft des Erzählens und des Erinnerns. Link zu Besprechung

Michel Houellebecq: Unterwerfung
 

Michel Houellebecq: Unterwerfung

Trotz (und wegen) aller Entgleisungen, Schrillheiten und Geschmacklosigkeiten ein enorm wichtiger und großer Roman. Link zu Besprechung

Kenneth Bonert: Der Löwensucher
 

Kenneth Bonert: Der Löwensucher

Willst du Jäger sein oder Beute? Dieses Debut ist ein praller, wunderbar erzählter Pageturner voller Geschichte und Geschichten. Bonert hat das Zeug zu einem neuen Irving. Link zu Besprechung

Michael Glawogger: 69 Hotelzimmer
 

Michael Glawogger: 69 Hotelzimmer

Das Hotelzimmer als Zwischenraum im Dasein und eine Reise um die Welt zu sich selbst. Ein Reisebuch für daheim und unterwegs. Link zu Besprechung

Heðin Brú: Vater und Sohn unterwegs
 

Heðin Brú: Vater und Sohn unterwegs

Der Fluch des Grindwals und der Anbruch neuer Zeiten. Ein wiederentdecktes Kleinod der Literatur der Färör-Inseln. Link zu Besprechung

Ulrike Almut Sandig: Buch gegen das Verschwinden
 

Ulrike Almut Sandig: Buch gegen das Verschwinden

Es braucht keine große Geste, um zu verschwinden. Aber niemals verschwindet irgendwer oder irgendwas ganz. Schwebende Erzählungen. Link zu Besprechung

Ágota Kristóf: Das große Heft
 

Ágota Kristóf: Das große Heft

Eine schonungslose Parabel auf die Grausamkeit des Krieges in knapper Hauptsatzprosa. Ein „Jahrhundert-Roman“, den ich erst jetzt entdecken durfte. Link zu Besprechung

Bora Ćosić: Die Tutoren & Stefano D'Arrigo: Horcynus Orka
 

Bora Ćosić: Die Tutoren & Stefano D'Arrigo: Horcynus Orka

Zwei Bücher, die alle erzählerischen Rahmen sprengen und jahrzehntelang als unübersetzbar galten. Nun haben sie dank Brigitte Döbert und Moshe Kahn ihre deutsche Stimmen gefunden. (Noch ohne Besprechung ... )


 

Ich muss gestehen, noch weitaus mehr beeindruckende Bücher gelesen zu haben, denen ich (noch) keine Besprechung habe zukommen lassen. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden.

Mein großer Dank gilt zum Abschluss allen treuen Leserinnen und Lesern meines bescheidenen Blogs und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Verlagen, die lustauflesen.de zuverlässig mit allem versorgen, was nötig ist.

Der größte Dank aber gilt allen Autorinnen und Autoren (und ihren Übersetzerinnen und Übersetzern) für ihre Geschichten und ihre Erzählkunst. Sie machen unser Leben reicher.