Zum Jahresabschluss 2017 meine »Straße der Besten«

Die Straße der Besten 2017
Wer besonders gut war, kommt auf die »Straße der Besten«

Es ist gute Tradition, am Ende eines Jahres kurz zu verharren und zurückzublicken. lustauflesen.de macht da keine Ausnahme. Wie in den Jahren zuvor geht es hier nicht um Umbrüche in den Zeitläuften, gesellschaftliche Verwerfungen und die immer stärker zu Tage tretende Unwucht im politischen System unseres Landes. Sie waren schlimm! Nein, ich schaue auf mein Lesejahr zurück, das (auch heuer wieder und zum Glück) deutlich mehr Höhen als Tiefen aufzuweisen hatte. Die Besten sollen hier geehrt werden.

Auch wenn nach der Frankfurter Buchmesse der Blogrhythmus leicht ins Stolpern kam (siehe hier), der Lektürerhythmus blieb in Schwung und lief weiter. Anfang des kommenden Jahres, ach, wie nah ist 2018 schon, liefere ich meine Eindrücke zu einigen Büchern nach, die zwar gelesen, aber noch nicht ausführlich gewürdigt wurden. Versprochen.

Im folgenden eine kleine, kommentierte Slide Show (auf Deutsch: eine Diaschau) mit den Titeln, die mich in den zurückliegenden 12 Monaten besonders fesseln, überraschen und begeistern konnten. Diesmal habe ich die Liste auf sieben Bücher beschränkt. Weil’s eine heilige Zahl ist? Vielleicht! Hier ist sie also: Meine »Straße der Besten«:


Paul Auster: 4 3 2 1
 

Paul Auster: 4 3 2 1

Ein Leben, viermal erzählt. Nahe an der eigenen Biographie entwirft Paul Auster ein Panorama der US-Geschichte der 50er und 60er Jahre und erzählt von der Kraft der Literatur. Weiterlesen ...

William H. Gass: Mittellage

William H. Gass: Mittellage

Joseph Skizzen führt ein Leben im gefestigten Mittelmaß. Doch es fußt auf Lügen, Betrug und Schwindel. Das letzte Werk des kürzlich verstorbenen Altmeisters Gass. Weiterlesen ...

Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen
 

Julia Wolf: Walter Nowak bleibt liegen

Julia Wolf liefert das perfekte Psychogramm eines verletzten Alphatierchens. Diese Männerstudie ist tragisch und komisch zugleich. Weiterlesen ...

Andreas Moster: wir leben hier, seit wir geboren sind
 

Andreas Moster: wir leben hier, seit wir geboren sind

Dieser Debütroman ist ein veritabler Paukenschlag. Andreas Moster entfaltet auf engstem Raum ein düsteres, archaisches Drama voller Gewalt, Kraft und Wucht. Weiterlesen ...

Linda Boström Knausgård: Willkommen in Amerika
 

Linda Boström Knausgård: Willkommen in Amerika

Der intensive Monologroman spielt eine komplexe Familienaufstellung durch. Ein unsentimentales Psychogramm über Licht und Dunkel im Leben einer jungen Seele. Weiterlesen ...

Michael Roes: Zeithain
 

Michael Roes: Zeithain

Die Tragödie um Kronprinz Friedrich und seinem Freund Hans Hermann Katte als Hybrid aus historischer Recherche und psychologischer Studie. Eine wagemutige und sprachgewaltige Preußenphantasie. Weiterlesen ...

David Constantine: Wie es ist und war
 

David Constantine: Wie es ist und war

Menschen an aussichtslosen Endpunkten, in Sackgassen, an Wendepunkten oder in Einsamkeit. Kurze, literarisch dichte Erzählungen voller Traurigkeit und doch voller Hoffnung. (Besprechung folgt)


Homer Ilias
Das gewaltige Schlachtengemälde der Ilias – Homer neu übersetzt von Kurt Steinmann

Eine weitere Neuerscheinung des Bücherherbst sei gesondert erwähnt und empfohlen. Im Manesse Verlag erschien im Oktober Homers Ilias in einer neuen Übersetzung von Kurt Steinmann. Der Schweizer Philologe wagte (anders als andere) eine Übertragung in Versen und bewies eindrücklich, dass deutsche Hexameter gleichzeitig zeitgemäß-kraftvoll und dem fremd-alten Griechisch des Homer angemessen sein können. Aufschlagen und laut lesen, dann tritt die Qualität dieser neuen Ilias hörbar zu Tage. Obendrein ist dieser illustrierte Folioband im Schmuckschuber ein Meisterstück der Buchgestaltung. Weiterlesen …


Danken möchte ich zum Abschluss allen treuen Leserinnen und Lesern meines bescheidenen Blogs und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Verlagen, die mich zuverlässig mit allem versorgen, was nötig ist um als Leser und Blogger zu überleben.

Der größte und respektvollste Dank aber gilt allen Autorinnen und Autoren (und ihren Übersetzerinnen und Übersetzern) für ihre Geschichten und ihre Erzählkunst. Sie machen unser Leben reicher.

Titelbild: »Straße der Besten« im Bezirk Nakhimov, Sebastopol, 2007 | Foto von Cmapm | Creative Commons 3.0 | Quelle: Wikimedia Commons