2 Kommentare

  1. Anton Goldberg
    12. November 2015 @ 19:05

    Ich hatte mich damals im Examen entschieden, in meiner mündlichen Englisch-Prüfung über Literaturtheorie und (Post-)Strukturalismus mit Roland Barthes einzusteigen, weil mich das Denken dieses Mannes sehr interessiert hat. Dementsprechend hatte ich mich also präpariert. Als ich dann ansetzte, etwas über Barthes zu sagen, wurde ich unmittelbar von einem der Prüfer unterbrochen mit den Worten: “Forget about Roland Barthes, you never know exactly where he stands.” Und damit war im Grunde genommen meine ganze Prüfungsvorbereitung hinfällig geworden und ich wusste, dass ich es mit unglaublich offenen und diskussionsfreudigen Prüfern zu tun hatte… Ja, für Leute, die sich nur wohl fühlen, wenn sich ihr Denken in sicheren Bahnen mit klaren Zuordnungen bewegen darf, ist Roland Barthes nicht zu empfehlen. Für alle anderen in jedem Fall.
    Vielen Dank für die Büchervorstellung! Ich freue mich immer, wenn auf anderen Blogs “Helden meiner Jugend” auftauchen.

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    • Jochen Kienbaum
      13. November 2015 @ 11:25

      Danke, lieber Anton, für Ihren »Erfahrungsbericht«. Auch zu meiner Studienzeit (lang, lang ist’s her) galt Barthes nicht allen als »verlässlich«.

      Wie das heute ist, vermag ich mangels Einblick in aktuelles Studium und gegenwärtiger Lehre nicht zu beurteilen. Aber die FAS titelte unlängst (25.10.15) »Man trägt wieder Barthes« und zeigte eine junge Studierende mit Werken des Franzosen unterm Arm. Leider ist dieser Artikel bislang nicht ins Onlineangebot gerutscht.

      lg_jochen

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