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Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen

3 Kommentare

  1. skyaboveoldblueplace
    9. September 2015 @ 16:07

    Lieber Jochen,

    nun habe ich das Buch gelesen und wollte Dir gerne eine Rückmeldung geben.

    Den Ansatz des Buches bzw. des Projektes, das hab ich ja schon geschrieben, finde ich hochinteressant – und ist bisher literarisch von dieser 3. Generation noch nicht oft bearbeitet worden. Ich kenne zumindest nicht viele Beispiele.

    Die Texte selbst sind dann von, Du deutest das ja an, ausgesprochen unterschiedlicher Qualität.

    Da, wo ich sie gelungen finde, waren für mich neue Autoren zu entdecken, denen ich nun auch über dieses Buch hinaus mal ein bisschen folgen werde.

    An erster Stelle nenne ich da Sarah Stricker und Liat Elanyan, die mit zwei komplett unterschiedlichen Texten den Anfang machen.

    Das sind in meinen Augen sehr gute Texte, die zeigen, dass das Bemühen oder besser gesagt das Wollen von Normalität doch immer wieder an innere Grenzen stösst, die offensichtlich weitaus mehr von der Seite der Täter (ich weiss, das ist schräg, aber mir ist grade nicht klar, wie ich es anders deutlich ausdrücken kann) herrühren. Die jungen Israelis, das wird auch in anderen Texten sehr deutlich, sind da auf erste Sicht tatsächlich deutlich lässiger.

    Dann gibt es einige autobiographische Texte, hier hat mich vor allem der von Eva Menasse angeprochen, , der auf sehr berührende Weise ihr Verhältnis als in der österreichischen Diaspora lebende Jüdin zu Israel als Staat und Gesellschaft beschreibt.

    Dann gibt es einen Text von Yair Asulin, in dem im Grunde anhand von verschiedener Ereignisse im Tag- und Nachtleben Berlins doch die Unterschiede zwischen den ‘Parteien’ herausgearbeitet werden, und zwar entlarvender Weise in Sätzen, die man zusammenfassen könnte, mit der Aussage ‘Ihr seid wie Wir’ – und damit den Unterschied von Ihr und Wir erst recht heraus stellt (ein Türsteher hält den jüdischen Autor wg. seines Aussehens für einen Araber. Nachdem das Missverständnis aufgeklärt ist, fällt dann dieser Satz “Ihr wisst ja, sie sind sehr viel aggressiver als ich und ihr.” Ein sehr eindrücklicher, wenn auch nicht besonders literarischer Text, eher ein Bericht.

    Oft wird sich aber auch in den Texten einfach mit sich selber beschäftigt und ich konnte, ohne das zu bewerten, keinerlei Verbindung zum Kontext des Buches feststellen.

    Insgesamt finde ich, das Buch ist lesenswert, aber, und das ist der eine Punkt, der mich ein wenig enttäuscht hat, verfehlt in zu vielen Texten einfach das Thema. Da hatte ich das Gefühl, das Buch hatte kein inhaltliches Lektorat.

    Zum Anderen: Ich lese aus diesem Buch einfach nicht heraus, dass sich das Verhältnis wirklich ‘normalisiert’ hat. Doch natürlich, die Vorbehalte sind in der jüngeren Generation wahrscheinlich geringer geworden, aber sie sind noch da, sie zeigen sich anders, unterschwelliger (s. Beispieil oben).

    Es ist für beide Seiten ein schwieriges Verhältnis, dass durch den Israel-Palästinenser-Konflikt nicht einfacher wird. Das ist einfach so – eröffnet aber in der 3. Generation auf jeden Fall die Chance, das Verhältnis immer neu zu diskutieren und offenen Geistes zu überdenken. Das wäre jedenfalls schon eine Menge.

    Liebe Grüsse
    Kai

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  2. skyaboveoldblueplace
    23. Juli 2015 @ 12:28

    Lieber Jochen,
    das Buch wäre wohl an mir vorbei gegangen – und selbst wenn ich es in einer Buchhandlung gesehen hätte, bei dem Cover wäre ich gleich geflüchtet. Wie man sich täuschen kann. Das Thema Holocaust, Israel und Deutschland, wie miteinander umgehen beschäftigt mich seit den ersten Auseinandersetzungen mit meinen Eltern in den frühen Siebzigern, durch mein Studium hindurch und bis heute. Und da finde ich nun diese Perspektive der dritten Generation hochinteressant. Ich habe es gerade bestellt und bin gespannt.
    Danke für diesen Post!

    Liebe Grüsse
    Kai

    P.S.: ach ja, wenn ich das noch sagen darf: Geradezu amüsiert habe ich mich über Dein pc-artiges P.S. – und natürlich sofort an die wunderbare Debatte gedacht, die derzeit darüber geführt wird, ob man Übersetzer erwähnen muss, ob man schreiben muss, dass man das besprochene Buch geklaut, gekauft oder verlagsseitig geschunken gekrochen bekommen hat, wer überhaupt was und wenn ja wie und wo auf welchem Niveau schreiben oder vertuben darf.
    Ich darf Dir sagen, dass ich Dich bzw. Deine Beiträge bisher für so seriös und jedenfalls lesenswert halte, dass es einer solchen pc-Anmerkung nicht bedarf. Andersherum, wenn mir was ‘gekauft’ vorkommt, hilft auch so eine Anmerkung nicht. Hoch lebe die eigene Meinungsbildung!

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    • Jochen Kienbaum
      24. Juli 2015 @ 07:21

      Lieber Kai,
      danke für Dein nettes Feedback auf den Artikel (und das beiläufige, aber große Lob im Schlußabsatz). Vielleicht meldest Du Dich nach Deiner Lektüre der Anthologie mit eigenen Anmerkungen und Beobachtungen kurz zurück, wenn Du magst. Ich fände das sehr interessant.
      Was den »p.c.-mäßigen« Nachtrag anbelangt; ja, den hätte ich natürlich genausogut weglassen können. Egal, jetzt steht er da, zu Deinem und anderer Amusement.
      lg_jochen

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